Die OER-Problematik & ein Lösungsansatz

Austausch unter der Lehrerschaft

Lehrerinnen und Lehrer sind Weltmeister im Erstellen von Materialien und viele von Ihnen sind auch bereit ihre Materialien untereinander auszutauschen. Letztendlich habe ich es allerdings immer wieder erlebt, dass es keinen gemeinsamen Grundstock an Materialien gibt, mit denen gearbeitet wird, sondern jeder und jede seine ganz eigene Mischung an Arbeitsblättern unterhält. Das einzige, wenn überhaupt, in der Breite einer Fachschaft parallel zur Verwendung kommende Unterrichtsmaterial ist meist das Lehrwerk.

Prinzipiell ist dagegen auch nichts einzuwenden, allerdings würde ich es mir persönlich manchmal wünschen, dass gemeinsam am Unterrichtsinhalt gearbeitet werden könnte. Und zwar einfach aus dem Grund, dass dann ein Austausch über Unterricht und damit eine gemeinsame Unterrichtsentwicklung leichter vorangetrieben werden könnte.

Die Problematik

Wenn ich also hier von OER (open educational resources) spreche, geht es mir weniger um Arbeitsblätter (das auch), als vielmehr um einen gemeinsamen Materialien-Pool. Um einen solchen Pool zu erstellen könnte man ein Wiki verwenden, wie es zum Beispiel ZUM.de bereitstellt. Ein solches Wiki bietet die Möglichkeit, Inhalte gemeinsam zu erstellen und zu diskutieren. Völlig unzureichend für einen Einsatz ist ein solches Wiki aber dann, wenn es darum geht möglichst viele Kollegen für einen solchen Materialien-Pool zu begeistern. Folgende Haupt-Problemfeder sehe ich dabei:

  • ein Wiki ist nur online
  • umständliches Login-Prozedere
  • Datei-Upload
  • kein WYSIWYG
  • Administrationsaufwand mit Plugins, Updates usw. zu hoch

Weitere für mich insgesamt unbefriedigende Lösungen finden sich bei bpb.de.

Ein Lösungsansatz

Natürlich sind die genannten Problemfelder alle für sich genommen nicht so schwerwiegend, in der Summe stellen sie jedoch nach meiner Erfahrung eine zu hohe Hürde im Alltag dar.

Auf einen Lösungsansatz bin ich gestoßen, als ich zuletzt auf der Suche nach einem Programm (bzw. einer App) war, dass Notizen zu Programmcode für den Informatik-Unterricht festhält. Dabei bin ich auf das Programm Quiver gestoßen.

Mit diesem Programm, dass es leider nur für Mac gibt, lässt sich in Notizbüchern strukturiert Programm-Code mit Syntax-Highlighting festhalten. Viel wichtiger für andere Fächer versteht es sich auch auf einfache Texteingabe, so dass Inhalte aus Word-Dokumenten (auch Tabellen) einfach hinein kopiert werden können, die Formatierung bleibt dabei weitestgehend erhalten. Ebenso stellt Quiver mathematische Formeln dar und Bilder können einfach in die Seiten hinein kopiert werden. Ein solches Notizbuch kann dann einfach über einen Cloud-Speicher (Dropbox, OneNote, OwnCloud und Co) verteilt werden. Sicherlich steht Quiver noch am Anfang seiner Entwicklung, aber als Lösungsansatz für ein gemeinsames Arbeiten hat es mich schon heute überzeugt. Alle oben genannten Problematiken eines Wikis werden umgangen:

  • Offline-Arbeiten möglich
  • kein Einloggen nötig
  • kein Datei-Upload für den Nutzer
  • einfaches WYSIWYG
  • kein Administrationsaufwand

Viele weitere Vorteile einer solcherart organisierten Zusammenarbeit ließen sich noch nennen, ich denke aber, dass nun der von mir vorgeschlagene Ansatz deutlich geworden ist. Jetzt müsste es dieses Programm nur noch auf allen Plattformen geben (wie Haroopad). Das Fileformat von Quiver ist auch offen (JSON), so dass sich findige Programmierer an die Arbeit für eine LINUX- und Windows-Version von Quiver machen könnten. Der Entwickler steht dem zumindest offen gegenüber:

Was sind Eure Meinungen dazu? Schreibt mir gerne auf Twitter (@torstenbudumlu) dazu!